„Was bedeutet es für dich, zur LGBTQ+ Community zu gehören?“ – Ein Interview

Hi! Willst du dich einmal kurz vorstellen?

Hey, ich bin Nele. Ich bin 16 Jahre alt, spiele gerne Videospiele und schaue Animes.

Welche sexuelle Orientierung hast du?

Ich bin lesbisch, aber auch panromantisch. Dass ich lesbisch bin beschreibt, dass ich mit Frauen zusammen sein möchte und auch mit ihnen schlafen würde. Dennoch würde ich eine rein romantische Beziehung mit allen anderen Geschlechtern und Geschlechtsidentitäten führen, da ich ja panromantisch bin. Sex jedoch ausschließlich mit Frauen.

Bist du aufgrund deiner sexuellen Orientierung schon einmal diskriminiert worden?

Na ja, in meiner Klasse machen sie Witze darüber wie: ‘Boah, die braucht mal nen Mann, dann weiß sie, dass sie net lesbisch ist.‘ Meine Meinung nach ist das das Gleiche wie: ‚Hattest du schonmal was mit dem Kerl? Woher weißt du dann, dass du nicht schwul bist?‘ Das ist halt einfach so ne dumme Logik, die keinen Sinn macht.

Wie würde eine ideale Gesellschaft – bezogen auf die LGBTQ+ Community – für dich aussehen und warum?

Ich will einfach insgesamt, dass jeder jeden akzeptiert und keiner diskriminiert wird, weil das einfach unlogisch und dumm ist.

Wie würdest du Außenstehenden die LGBTQ+“ Community beschreiben?

Es ist so ein bunter Haufen an Menschen, wo Liebe einfach Liebe ist und du sein kannst, wer du bist.

Kannst du mir das dümmste Argument gegen die LGBTQ+ Community nennen?

‚Wenn alle Menschen Homos wären, dann wäre die ganze Menschheit ja schon ausgestorben‘. Es ist dumm und außerdem heißt es ja nicht gleich, dass die Menschheit ausstirbt. Ich meine, es gibt noch künstliche Befruchtung und ich glaube, viele Menschen sind der Meinung, dass es schön ist, Kinder zu haben, ganz egal ob sie Homo- oder heterosexuell sind.

Was bedeutet es für dich, ein Teil der Community zu sein?

Es macht mich irgendwie stolz. Auch wenn ich mir noch unsicher über mein Geschlecht bin, aber irgendwie ist es ein schönes Gefühl zu wissen, dass tausende Menschen dich akzeptieren und du weißt, dass du nicht alleine bist mit Problemen wie ‚Outing ist schief gelaufen‘ oder sowas.“

Bist du glücklich oder würdest du etwas ändern wollen?

Irgendwie bin ich glücklich, ja.

Was würdest du Menschen raten, die vielleicht „questioning“ sind?

Wenn man noch im questioning ist, sollte man sich Zeit lassen und darüber nachdenken, vielleicht auch mit jemandem reden, der sich auskennt. Irgendwie ist es ja noch „neu“ und ich glaube manche Menschen haben einfach noch Angst, es an sich heranzulassen oder sich ein bisschen damit zu beschäftigen, um zu merken, dass es ganz normal ist.

Vielen Dank für deine Offenheit!

Emma Putzier, 10d